DIE AUSRÜSTUNG

 

Der Westernsattel


Die einfachste Form ein-es Sattels besteht aus zwei Astgabeln und zwei Stangen, die die Ga-beln ver-binden. Die Skythen kannten sogar schon Steigbüge

Allgemeines/Historie

Ein markanter und wichtiger Ausrüstungsgegenstand des Westernreiters ist sein Sattel. Die Geschichte des Sattels zählt Jahrtausende - am Anfang wur-den harte Astgabeln verwendet, die hinter die Schultern des Pferdes ge- klemmt wurden.

Der Cowboysattel ist während seiner langen Entwicklungsgeschichte stets für einen Zweck konstruiert und gebaut worden: Für harte Arbeit mit dem Pferd, um viele Stunden, Tage, ja Wochen bei jeder Gangart, in jedem Ge-lände und bei jedem Wetter darauf zu sitzen, ohne dass Pferd und Reiter mehr ermüden, als unbedingt notwendig ist.

Erst die vergangenen Jahre führten zur Entwicklung von flexiblen Sattel-bäumen, die sich der Bewegung des Pferderückens anpassen und eine größtmögliche Verteilung des Reitergewichts ermöglichen.

Ursprünglich bestand er aus einem mit Rohhaut überzogenen Holzbaum und einem Aufbau aus Leder.

Er unterscheidet sich in vielen Dingen von einem Englischsattel, wobei die Sicherheit, Robustheit und angenehme Tragfähigkeit wesentliche Vorteile des Westernsattels sind. Durch seine große Auflagefläche, die das Gewicht gut auf dem Pferderücken verteilt und seine Sitzform für den Reiter ist der Westernsattel gut geeignet für lang Ritte.

Die fundamentalen Unterschiede zum Englischsattel sind:

    • Größere Auflagefläche, wodurch das Gesamtgewicht besser auf dem Pferderücken verteilt wird.
    • Andersartiger Aufbau mit Rückenlehne (Cantle), Horn, breite, ruhige hängende Steigbügelriemen (Fender) und große Steigbügel.
    • Höheres Gewicht (in etwa zwischen 10 bis 25 Kilogramm).
    • Verschiedene Gurtungsmöglichkeiten.
    • Tiefer, sicherer Sitz.

Beim Kauf eines Westernsattels sollte man auf gute Qualität achten, da es auch sehr minderwertige Fabrikware gibt, die unausgewogen ist, billiges, starre L3eder und eine schlecht Passform hat. Bei der Wahl des Sattels ist neben guter Gebrauchsqualität auch die korrekte Passform für Reiter und Pferd wichtig.


(Quelle: EWU Folienmappe)

 

Typen und Formen

Je nach Arbeitseinsatz gibt es verschiedene Modelle des Westernsattels:

  • Cuttingsattel für das Cutting, ein Sport, bei dem Pferd und Reiter ein Kalb von einer Herde ohne weitere Hilfsmittel separieren müssen
  • Reiningsattel für die Reining, die Dressur des Westernreitens
  • Ropingsattel zum Einfangen von Rinder mit einem Lasso  
  • Showsattel für sportliche Wettkämpfe, meist reichlich mit silbernen Plaketten (Plates) verziert wie der Equitation- oder Pleasuresattel
  • Oldtimer-Sattel werden gerne als Wanderreitsättel verwendet. Sie haben einen hohen Sattelaufbau und erinnern regelrecht an eine Schale in der der Reiter sitzt.

 

Das Pad
(Sattelunterlage)

Sattelunterlagen Funktionen und Wirkungsweise

Keine Sattelunterlage der Welt kann einen schlecht angepassten Sattel passend machen. Sattelunterlagen sind sehr wichtige Komponenten einer wirklich pferdegerechten Sattlung. Genau genommen ist die richtige Unterlage ebenso wichtig wie ein exakt passender Sattel.

Jeder Pferderücken passt sich der Sattelung an und zwar mit allen Konsequenzen!

Sattelunterlagen müssen den Pferderücken vor Druck- Stoß- und Zugeinwirkung
und dadurch entstehender Reibung schützen.

Durch die Vorwärtsbewegung des Pferdes entstehen enorme Schubkräfte von hinten nach vorne sowie von unten nach oben gegen den Sattel. Das Reitergewicht bedingt entgegengesetzte Stoßkräfte, und dazwischen ist ein Puffer notwendig!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die direkt zwischen Pferdefell und Sattel entstehende Reibung. Eine Auflage verteilt die entstehende Reibung zwischen Sattel und Pferderücken sie  entlastet damit das darunter liegende Gewebe des Pferdes.

Wer „Reibung“ fühlen möchte setze sich in einen Sattel mit Wildledersitz und reite 2 Stunden Schritt. Eine andere nette Variante sind Jeans mit dicken Innennähten. Da freut sich das Bein beim Reiten! Cowboys waren bekanntlich praktisch veranlagt! Sie trugen aus genau diesen Gründen lange Unterhosen. Durch eine weitere Schicht am Bein oder Hintern minimiert sich die Reibung auf der Haut nämlich erheblich. Diesen Effekt sollten wir auch unter unseren Sätteln ausnutzen.

Wissenswertes:

Eine wirklich passende Sattelunterlage gleicht anatomische Besonderheiten des jeweiligen Pferdes aus,
d.h. sie hält den Sattel gerade über dem Pferderücken. Das ist überhaupt die wichtigste Voraussetzung für:

  1. die Schulterfreiheit des Pferdes,
  2. den richtigen Sitz des Reiters (Schwerpunkt, Balance)
  3. eine gleichmäßige Gewichtsverteilung auf dem Pferderücken als Voraussetzung für Spannung und Aufwölbung der Muskulatur.

Beispiele:
Bei überbauten Pferden kann kein Sattel jemals richtig passen. Hier muss die Unterlage die Schräge ausgleichen. Die am häufigsten praktizierte „Lösung“ durch eine starke Wölbung des Sattelbaumes ist falsch und führt zu Rückenschäden beim Pferd.

Die Löcher hinter den Schultern eines Pferdes deuten darauf hin, dass die äußerst empfindlichen kleinen Trapezmuskeln durch unpassende Sattlung zu wenig Platz hatten und sich deshalb zurückbildeten (Atrophie). In solchen Fällen hilft eine Sattelunterlage mit Einschubmöglichkeiten. Ein genau angepasstes Polster hebt den Sattel anstelle der Muskeln in die richtige Position. Das verstehe ich unter „Siemens Lufthaken“: obwohl die geschädigten Muskeln den Sattel nicht mehr halten können liegt dieser dennoch richtig und darunter erhält die Muskulatur Platz zur Regeneration.

Aus Erfahrung können wir folgende Pads empfehlen:

Das Medi-Cheval-Westernpad ist individuell aufpolsterbar. Der Preis erscheint im ersten Moment sehr hoch. Ist aber durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten das Geld wert. nfos unter: www. medi-cheval.de

Westernpads aus: Naturprodukten wie Filz, Wolle/Schurwolle, Lammfell optimal ist es, wenn sie anatomisch geformt sind.

Empfehlung Western-Pad-Test!!!
Das Pad sollten so dick sein, dass wenn man sie zwischen zwei Fingern zusammen drück, den Gegenfinger nicht spürt. So weiß man, dass der Druck sich optimal verteilt. Ansonsten sind sie zu dünn und richten auf Dauer großen Schaden an.

 

 

Zäumung und Gebisse

 


Einohr-Zäumung


Sidepull / Bosal

Zäumung

Westernpferde können auf verschiedene Weise aufgezäumt werden. Grundsätzlich läßt sich sagen, daß die Eleganz und Leichtrittigkeit des Westernpferdes dadurch unterstrichen wird, daß es möglichst wenig Leder am Kopf trägt. Das in Deutschland übliche Reithalfter (Sperrhalfter) unter der Trensenzäumung ist auf dem Westerntruneir nicht erlaubt.

 

Verschiedene Modelle:

  • Arbeitstrense
  • Einohrzäumung
  • Zweiohrzäumung
  • Showtrense
  • Bosal / Sidepull (Gebislose Zäumung)

 

 

Zügel

Als Zügel werden normalerweisen lange Lederzügel bentutz, die nicht geschlossen sind. Die Zügel können aber auch aus Baumwolle oder Kunststoff gefolochten und mit einem ledernen Peitschenende versehen sein.

Allen Westernzügeln gemeinsam ist, dass sie relativ schwer sind. In der Ausbildung des Pferdes macht man sich den leichten Druck zunutze, den schwere Zügel aufgrund ihres Eigengewichts auf das Gebiss und den Pferdehals ausüben.

Einige Zügelarten:

  • Split-Reins (lange Lederzügel nicht geschlossen)
  • Romal Reins (geschlossene Zügel)
  • Mecate (Geschlossener Zügel des Bosals)

 

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Split-Reins ----------------------------------------Romal-Reins ---------------------------------------- Mecate

An Zügeln sollte man auf Snaps verzichten, die zwar das wechseln des Gebisses erleichtern, diese aber Unannehmlichkeiten im dem Pferd im Maul bereiten.

Beispiel: Man nehme einen Löffel zwischen die eigenen Zähne und klopft mit einem weitern Löffel auf dem Stiel herum. So kann man am eigenen Leibe nachempfinden, welche Wirkung, gerade für empfindliche Pferde-Mäuler solche Snaps auf ein Pferde-Maul/Gebiß haben.

 


Arbeitszäumung


Showtrense

 

 
Gebisse
 


zu (1)


zur(3)

 

Im Westernreiten gibt es unzählige Gebißarten. Die bekanntesten und gebräuchlichsten sind:

Die geborchenen Trensengebisse:

  • O-ring-snaffle-bit (1) = Wassertrense
  • D-ring-snaffle-bit( 2) = D-Ring-Trense
  • eggbut-snaffe-bitl (3) = Olivenkopftrense
  • doppelt geborchene wassertrense (4)

Zäumungen mit Hebelwirkung sollten erst verwendet werden, wenn der Reiter über einen absolut zügelunabhängigen Sitz verfügt! Durch die Hebelwirkung kommt eine Zügelhilfe vielfach verstärkt am Pferdekopf an, bei unsachgemäßer Einwirkung kann man Pferden mit Hebelgebissen starke Schmerzen zufügen. Ebenso muß das Pferd einen dementsprechend langjährige gute Ausbildung auf das Snafflebit benossen haben.

 

Die Zäumungen mit Hebelwirkung:

  • Snaffle-with-shanks (ein Gebiß
    mit geborchenem Mundstück) (5)
  • high port curb bit (6)
  • low port curb bit(7)
  • grazing bit (8)
  • mullen mouth bit (9)
  • roller bit (10)
  • spade bit (11)


zu (2)


zu (4)


zu (5)

 


zu (8)


Weiter Info, auch über die Ausrüstung des Reiters,
folgen in Kürze!!!