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Turnier in Weilmünster
12. Juni 2009

mit einer kleinen Anekdote
(siehe unten)

... ok - es sind nciht gerade die besten Abreitebedingungen, aber muß Pferd denn gleich soooo schlecht gelaunt sein ????

 

... hier das Pferd das keinen Rechtsgalopp hat und ziemlich
sauer war....

Eine kleine Turnier-Story

....es gibt Erlebnisse, die muss man einfach mal niederschreiben…

Mit der „gelben Gefahr“ auf Abwegen

Ein anstrengendes Wochenende stand bevor, da ich an dem Wochenende gleich 2x hintereinander zum Turnier fahren wollte. Freitag ging es dann erstmals los.

Wie so oft startete ich früh morgens, diesmal aber mit 2 Pferden im Gepäck, namens Ohlass und McCue. Auftakt war das C-Turnier, tags drauf das A/Q Turnier in Weilmünster-Langenbach.

Dort angekommen zeigte sich ein Bild des Grauens auf dem Abreiteplatz; denn tags zuvor regnete es sintflutartige Wolkenbrüche. So sahen sie auch aus -  die Abreiteplätze. Obwohl man dort berichtete, dass es heute schon wesentlich besser sei als gestern, war Ohlass überhaupt nicht der Meinung, dass hier heute irgendetwas gut sein sollte. Nachdem McCue auch noch von ihm getrennt wurde und dieser sich in einer Box satt fressen konnte, zeigte sich Ohlass schon beim Fertigmachen für die ersten Prüfung „Trail“ von seiner nettesten Seite. Ein Rumgezappele vom Feinsten – ist man sonst bei ihm gar nicht gewohnt.

Vom leichten Aufwärmtraining hielt er gerade mal gar nichts. Eigentlich wollte ich ihm nur gut und ihn lieber auf der Wiese ein wenig reiten ….so ein bisschen im Schritt und Trab, anstatt mich auch mit ihm in die Schlammschlacht zu begeben, gingen meine und Ohlass Meinungen doch sehr schnell auseinander, weiter….und …. weiter.
Ohlass wurde zum „Herr der Winde“ und buckelte mit mir über die Wiese wie ein vom Blitz getroffenes Rodeopferd.

Eine Bremse hatte er auch irgendwie nicht mehr – ich konnte sie auf jeden Fall den ganzen Tag über nicht mehr finden. Nun gut dachte ich, dann wohl doch ab in die Matsche. Freundlich bekam ich Zurufe, der Schlamm sei sehr gut für die Haut. Na ob das Ohlass, genauso sah?! Ganz und gar nicht, denn die Rache des Fjordi’s bekam ich dann auch gleich in der ersten Prüfung zu spüren. Nicht nur dass die Bremse verschwunden war, das „Ding“ unter mir hatte auch überhaupt keinen Rechts-Galopp mehr… spurlos verschwunden. Ohlass war so bestätigt in seiner Meinung und zog das auch gnadenlos in einem Affentempo durch. Ok- überlegte ich kurz, wenn ich schon „bescheiden“ reiten würde, dann immer schön dabei lächeln - … ich gab alles.

Gut – nachdem ich den Trail mit dem Power-Fjordi in einer Rekordzeit hinter mich gebracht hatte und auch nicht mehr wirklich die nächste Prüfung „Westernhorsemanship“ antreten wollte, überzeugten mich dann doch meine Mitstreiter, mit dem Argument, „…dann seh’ doch einfach die nächste Prüfung als „Korrektur-Ritt“, um einen guten Abschluss zu finden“. Hörte sich ja eigentlich gut an. Somit  bereitete mich seelisch und moralisch darauf vor!
Nur hatte ich irgendwie nicht mehr dran gedacht, mir die Aufgabe noch mal vorher ganz genau anzuschauen….aber – ich hatte ja noch Zeit!!! – dachte ich...

Nachdem mir der Doormen zurief, ich solle mal meinen Hut aufziehen, dachte ich schon, „Männer….machen immer nur Stress“. Nun gut, ich zog brav schon meinen Hut auf, obwohl ich ja als Viertletzte starten sollte – also noch genug Zeit mir das Geschehen noch oft genug anzuschauen.

Dann kam schon wieder die ermahnende Stimme des Doormen’s, wo ich denn bleiben würde. „Ich komm ja schon“ erwiderte ich. Gemütlich ritt ich zum Hallentor und fragte dann doch mal nach, wann ich denn dran wäre. Er erwiderte:  „Na jetzt“. Gut, das wusste ich ja, dies war ja schließlich die nächste Prüfung die anstand. „Nein“, meinte ich, „an welcher Stelle“. „An Erster“ – erwiderte er kurz und knapp.

“Ups… -  die Pattern nicht so wirklich auswendig gelernt, wie war das jetzt noch mal…. erst rechts, oder links angaloppieren. Oh mannnnn!“ Aber da wir untereinander ja alle miteinander fiebern, war es kein Problem, dass mir eine nette Kollegin noch mal schnell den Ablauf erzählte.

Oh je -  so unvorbereitet bin ich noch nie in eine Prüfung gegangen, aber egal, war ja eh nur ein „Korrektur-Ritt“. Wir standen im Line-up,  ich wie gesagt als Erste am Start.
Komischerweise waren da noch viel mehr Pylonen aufgestellt, wie ursprünglich auf dem Plan abgebildet waren und überhaupt standen die auch ganz anders, wie ich es in Erinnerung hatte.

Leichte Unsicherheit machte sich breit. Der freundliche Richter, der an der Bande stand, schaute mich an und nickte mir zu.

Ich riss die Augen auf und dachte: „Das ist jetzt nicht sein Ernst“. – doch war es – „Oh je, was mach ich denn jetzt, ich habe überhaupt keine Ahnung, was ich hier reiten soll… hier stimmt doch irgendwas nicht. Ok – jetzt nur nicht zurücknicken, denn dann musst du anfangen“, dachte ich. Also was tat ich, ich schüttelte ganz heftig den Kopf.

Der Richter schaute mich an, stutzte einen Moment und nickte mir wieder zu. Er dacht wohl er hätte sich versehen. Aber ich schüttelte erneut den Kopf. So konnte es ja nicht weiter gehen. Ich flüsterte meinen Mitreitern zu: „Hier stimmt doch was nicht“ und fasste mir ein Herz und rief laut:  „Das stimmt nicht, was hier Aufgebaut ist“.
Gott sein Dank stimmten die Anderen mit ein. Der Richter schaute verdutzt in sein Heft und fragte verwundert nach – „Seit ihr nicht LK1A“ ….oh man, „Nein LK3A“ riefen wir im Chor.

Puh – denn ich zweifelte schon an meinem Versand. Nachdem alles in Windeseile umgebaut wurde, musste ich dann noch einmal Einhalt gewähren, da die Pylonen nicht auf einer Linie standen. Nachdem dies dann auch noch korrigiert wurde, stellte sich der Richter zum Ende der Aufgabe hin und nickte mir dann wieder freundlich zu. Da ich noch so auf „Nicht-Nicken“ eingestellt war rutschte mir dann ganz laut heraus: „Ich komm dann jetzt mal – ne“! Da merkte ich dann was ich gesagt hatte und musste erstmal tierisch lachen. Ok, nun mal zusammenreissen - und los ging es.

Von der einen zur anderen Pylone sollte es im Rechts-Galopp gehen und direkt aus dem Galopp neben der Pylone gestoppt werden, um dann eine . 270 C Hinterhandwendung nach links zu machen. Tja – nur die nette „gelbe Gefahr“ unter mir, hatte ja seinen Rechts-Galopp zu Hause gelassen. Ich guter Dinge, Galopphilfe für den Rechts-Galopp gegeben. Was tat sich unter mir auf, ein losschießendes Etwas im „Links-Galopp“. Grrr, kurz durchpariert und noch mal in den Rechts-Galopp. „Oh hat funktioniert, aber Mist, da kam schon die Pylone und wir waren voll nach links abgetrifftet.

“Hinterhandwendung nach links – geht irgendwie nicht, da müsste man mal kurz ein Stück aus der Bande herausschneiden, denn die war ca. 30cm neben uns. Gut dachte ich, Ohlass – du wolltest es ja nicht anders und wir machen jetzt diese Hinterhandwendung, egal wie.“ Nachdem er dann mit seiner gesamten Stirnbreite die Bande geputzt hatte, schafften wir es dann doch noch wieder in Fahrtrichtung zu stehen.

Aber was war das nun schon wieder. Bis zur nächsten Pylone ging es zwar rüber zur anderen Bandenseite…. „och ne -  wie kann sich denn der Richter direkt hinter der Pylone platzieren, wovor wir dann aus dem Galopp stehen bleiben sollen und hinter ihm ist direkt die Bande, und das mit einem Pferd unter mir, dass ja auch keine Bremse hat.

Ich schaute den Richter an und sprach zu ihm rüber: „Das ist aber gefährlich“! Er zuckte nur mit den Achseln. Natürlich konnte er nicht wissen was ich meinte. Nun gut,  dachte ich, „wenn er es so haben will, soll er es auch bekommen“. Nun ging es weiter im Links-Galopp. Den hatte ja mein Ohlass noch. Aus dem Stand in Bewegung gesetzt, ging Ohlass Meinung und meine wieder auf dem Wege zur Ziel-Pylone auseinander. Denn Ohlass fand es richtig blöd direkt auf einen Menschen zuzugaloppieren. Das ging ja gar nicht -  meinte er. (womit er auch eigentlich Recht hatte….)

Somit versuchte er immer nach rechts, links auszuweichen und ich hielt im-mer mit meinen Schenkel fleißig dagegen. Im Zickzack, dann stoppenderwei-se vor der Pylone angekommen, das „Ding“ eben noch diese vorgeschrie-bene Pferdelänge rückwärtsgerichtet, nickte mir der Richter wieder zu und ich sagte nur nickender Weise und voller Erleichterung  „Dankeschön“. Unter lachendem Applaus verließen wir dann dieses Geschehen…. von wegen „K o r r e k  t u r – R i t t “ !!!

Trotz Pleiten, Pech und Pannen, war es ein witziger Freitag der 12te. Zu einem Freitag dem 13ten hätte es voll gepasst.

Tags darauf, den Samstag, war Ohlass wieder ganz der Alte und wir belegten im Trail den 2ten Platz.
Er ist halt auch nur ein „Mensch“

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